Schneeexperte Publikationen Kälteexperte Sternschnuppenjagd

 

Mann mit Atemschlauch Vereistes Fahrrad Verschneites Ortsschild


"Wir entzünden das mächtige Feuer unseres Herzens,
damit wir die bittere Kälte um uns erwärmen."

(Sibirisches Sprichwort)


Durch persönlich zahllose Erfahrungen mit dem Element Kälte und Extremtemperaturen bis – 61,7°Celsius wurde Journalist Reinhardt Wurzel (heute auch Inhaber einer Praxis für Vitametik, Nürnberg) in TV-Sendungen als Spezialist interviewt, u.a. für Planet Wissen, Planetopia, Wunderwelt Wissen, Sat.1-Frühstücks-Fernsehen, Tigerentenclub, Bayerisches Fernsehen Abendschau, 17:30 live für Bayern, Franken-Fernsehen, in fünf unterschiedlichen russischen Fernsehsendern und 11 Mal live im Nachrichtensender N24.

Das größte Kälteabenteuer gelang durch den fünfwöchigen Aufenthalt am Kältepol Sibirien. Mit dem Dorf Oimjakon, als dem kältesten Dorf der Welt durch die tiefste je gemessene Temperatur an bewohntem Ort von – 71,2°C, der Kleinstadt Werchojansk mit dem tiefsten je gemessenen Tagesmittel an bewohntem Ort von – 67,8°C und mit Jakutsk als Kältepol-Hauptstadt mit 200.000 Einwohner, erkundeten wir das Leben auf dem "Planeten Kälte.

Möchten Sie sich noch weiter vertiefen, so finden Sie sich hinein in "Phänomene", "Kältejagd" und "Publikationen" und betrachten Sie die Bildergalerie. Den weltweit ersten Stadtplan von Oimjakon konstruierten wir mit Hilfe der Einheimischen für ein Kälteprofil vom Dorf. Er ist im Menü abrufbar.

Am jeweiligen Seitenende erscheint die sechsstündlich aktualisierte Temperatur, sowohl von der Weltrekord-Wetterstation Oimjakon, als auch von Wostok in der Antarktis, der kältesten automatisierten Wetterstation der Welt.

 


 

Das nachfolgende Interview führte Gabi Pfeiffer (Nürnberger Nachrichten) mit Reinhardt Wurzel, um Lesern während einer Hitzewelle im Juli das Abkühlen zu erleichtern:

GP: "Herr Wurzel, wie fühlt sich ein Arktisfan, wenn die Temperaturen über 30 Grad klettern?"
RW: "Dann ist der kalte Keller nicht weit und der Kühlschrank leider viel zu klein."
GP: "Ernsthaft?"
RW: "Für mich hat Kälte etwas Magisches. Sie ist sehr rein, sehr klar. Wenn man sich gut schützt mit mehreren Kleidungsschichten und wenn man sich bewegt, ist Kälte kein Problem. Hitze ist für mich eine ganz andere Wahrnehmung: Man schwitzt alles durch und ist genötigt, kalte Getränke zu trinken, die einen noch mehr schwitzen lassen. Unsere Kultur ist überhaupt nicht darauf eingestellt. In heißen Ländern trinken die Menschen heiße Tees und sie bedecken ihren Körper."
GP: "Schlimm für Sie?"
RW: "Seit Kindheit an steckt ein Eisbär in mir drin. Der liebt die Kälte und hat gewisse Schutzmechanismen. Aber ich bin ja auch hier eingebunden und kann nicht flüchten, denn die Haut kann ich nicht auch noch ausziehen."
GP: "Warten Sie schon auf den Winter?"
RW: "Ich freue mich auf den Winter. Meine Wohnung ist mit Winterbildern dekoriert, da wird es gleich kälter."
GP: "Und das sollen wir glauben?"
RW: "Es hilft, denn wir nehmen unsere Umgebung ja auch visuell auf. Wenn ich die Schneelandschaften anschaue, fällt die Temperatur gleich um mehrere Grad. Meine sibirischen Gemälde zum Beispiel habe ich bei minus 57 Grad Celsius bei Maler Boris gekauft und sie den ganzen Weg hierher geschleppt. Da steckt die Kälte drin."
GP: "Noch ein Tipp gegen Hitzeschock?"
RW: "Meine Erfahrung ist: Man kann Dinge schlimm oder schön reden, wir Deutschen sind ja Weltmeister im Meckern. Ich finde, den Temperaturen sollte man mit Akzeptanz begegnen, das ist halt so im Sommer. Am Ätna habe ich Hitze extrem erlebt. Nicht nur am Magmastrom, wo ich fast von selber in Flammen aufgegangen bin, sondern schon bei der Ankunft. Draußen waren es 40 Grad, im Bus bestimmt 55 Grad – in zehn Sekunden waren wir fast flüssig. Doch der Gedanke, später dem Glutofen Ätna gegenüberzustehen, hat mich abgekühlt."
GP: "Ihre Tipps überlisten vor allem den Geist. Wo bleibt der Körper?"
RW: "Der wird geduscht – und zwar heiß! Damit man dann abends in ein kühleres Schlafzimmer gehen kann. Die reale Temperatur ist zwar kein Grad gefallen, aber man empfindet es so und kann einschlafen. Das funktioniert."
GP: "Was reizt Sie so an der Kälte?"
RW: "Die extreme Ausprägung und die schöpferische Kraft in der Natur. Da passiert viel im Verborgenen, jeder Eiskristall hat eine individuelle Struktur und sie formen wunderschöne Landschaften. Es ist eine Faszination, die mich dahin zieht. Die Kälte ist dagegen am Christkindles-Markt viel schlimmer. Wenn Regen fällt und ein kalter Wind durch jedes Knopfloch kriecht – da friere ich wirklich."
Zum Seitenanfang